Von Strategie zur Prozessarchitektur: Ziele, Wertströme und KPIs wirksam verknüpfen
Wie kann aus der Strategie eine Prozess Architektur entstehen? Erfahren Sie, wie Ziele, Wertströme und KPIs sinnvoll miteinander verknüpft werden können, um der Strategie zu entsprechen.
Viele Unternehmen verfügen über klar formulierte Strategien, ambitionierte Ziele und umfangreiche Kennzahlensysteme. Dennoch bleibt der strategische Nutzen im operativen Alltag häufig hinter den Erwartungen zurück. Der Grund dafür liegt selten in der Strategie selbst, sondern vielmehr in der fehlenden Verbindung zwischen strategischen Zielen, operativen Prozessen und messbaren Ergebnissen. Eine wirksame Prozessarchitektur bildet genau diese Brücke: Sie übersetzt Strategie in Wertströme, verankert Ziele in Prozessen und macht Fortschritt über KPIs steuerbar.
Strategie als Ausgangspunkt, aber nicht als Endpunkt
Wertströme beschreiben, wie Wert aus Sicht des Kunden entsteht – von der initialen Anfrage bis zur Leistungserbringung. Sie bilden damit das zentrale Bindeglied zwischen strategischen Zielsetzungen und der operativen Prozesslandschaft.
Im Gegensatz zu klassischen Funktions- oder Abteilungsstrukturen sind Wertströme end-to-end orientiert. Sie machen sichtbar, wie Arbeit tatsächlich fließt, wo Übergaben stattfinden und an welchen Stellen Zeit, Qualität oder Ressourcen verloren gehen. Aus strategischer Sicht ermöglichen Wertströme die Fokussierung auf jene Prozessketten, die den größten Beitrag zur Zielerreichung leisten.
Eine strategiekonforme Prozessarchitektur beginnt daher nicht bei Einzelprozessen, sondern bei der Identifikation und Priorisierung relevanter Wertströme.
Prozessarchitektur: Ordnung schaffen, ohne Komplexität zu erhöhen
Die Prozessarchitektur beschreibt die strukturierte Gesamtsicht aller Prozesse eines Unternehmens – typischerweise gegliedert in Führungs-, Kern- und Unterstützungsprozesse. Ihr Zweck ist nicht Dokumentation um der Dokumentation willen, sondern Transparenz, Steuerbarkeit und gezielte Weiterentwicklung.
Eine gute Prozessarchitektur erfüllt drei zentrale Funktionen:
Sie stellt sicher, dass alle wesentlichen Wertströme abgedeckt sind.
Sie zeigt Zusammenhänge und Abhängigkeiten zwischen Prozessen auf.
Sie schafft eine klare Zuordnung von Verantwortlichkeiten und Steuerungsmechanismen.
Wichtig ist dabei, die Architektur konsequent an der Strategie auszurichten. Prozesse, die keinen erkennbaren Beitrag zu strategischen Zielen leisten, sollten kritisch hinterfragt werden. Umgekehrt müssen strategisch relevante Prozesse ausreichend detailliert, gemessen und aktiv gesteuert werden.
KPIs als Steuerungsinstrument – nicht als Selbstzweck
Kennzahlen (KPIs) sind ein zentrales Element, um die Wirksamkeit von Prozessen und Wertströmen zu messen. In der Praxis scheitern KPI-Systeme jedoch häufig an Überfrachtung oder fehlendem Bezug zur Strategie.
Wirksame KPIs erfüllen drei Kriterien:
Strategierelevanz: Jede Kennzahl muss einem strategischen Ziel zugeordnet sein.
Prozessbezug: KPIs messen die Leistung von Wertströmen oder Prozessen, nicht isolierte Aktivitäten.
Steuerungsfähigkeit: Die gemessenen Größen müssen durch die Organisation beeinflussbar sein.
Anstatt viele Einzelkennzahlen zu erheben, ist es zielführender, wenige, aber aussagekräftige KPIs entlang der Wertströme zu definieren – etwa zu Durchlaufzeit, Qualität, Kosten oder Kundenzufriedenheit.
Die durchgängige Verknüpfung als Erfolgsfaktor
Der eigentliche Mehrwert entsteht erst durch die konsequente Verknüpfung aller Ebenen:
Strategische Ziele definieren die gewünschte Wirkung.
Wertströme beschreiben, wie diese Wirkung erzeugt wird.
Prozesse operationalisieren die Wertströme.
KPIs machen Zielerreichung mess- und steuerbar.
Diese Kette sorgt für Transparenz, fördert bereichsübergreifendes Denken und ermöglicht eine faktenbasierte Steuerung. Gleichzeitig schafft sie die Grundlage für kontinuierliche Verbesserung, da Abweichungen zwischen Ziel und Realität frühzeitig erkannt werden können.
Fazit
Der Weg von der Strategie zur wirksamen Prozessarchitektur erfordert mehr als gute Absichten und isolierte Optimierungsinitiativen. Entscheidend ist ein integrierter Ansatz, der Ziele, Wertströme, Prozesse und KPIs systematisch miteinander verbindet. Unternehmen, denen dies gelingt, schaffen nicht nur operative Exzellenz, sondern erhöhen auch die Umsetzungsstärke ihrer Strategie – messbar, transparent und nachhaltig.
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